Studienführer

Allgemeines

Um in den Genuss eines Pharmaziestudiums zu gelangen, muss man sich über die Stiftung für Hochschulzulassung bewerben, da das Fach zulassungsbeschränkt ist und ihm ein bundesweiter Numerus clausus anhaftet.
In Regensburg erhält man eine Zulassung allerdings nur zum Wintersemester, wobei die Regelstudienzeit 8 Semester für die 'Universitäre Ausbildung' und 2 anschließende praktische Semester für die 'außeruniversitäre Ausbildung' beträgt.
Gekrönt wird ein erfolgreiches Studium mit dem "Staatsexamen" als Abschluss (bzw. korrekt: 'Pharmazeutische Prüfung'). Danach besteht die Möglichkeit, die 'Approbation als Apotheker' zu beantragen. Wer sich lieber ein Diplom als Abschluss wünscht, sollte sich an eine der wenigen anderen bundesweiten Hochschulen wenden, da der Erwerb eines Diploms in Pharmazie in Regensburg nicht möglich ist.
Der universitäre Ausbildungsabschnitt gliedert sich in das Grund- und Hauptstudium mit jeweils 4 Semestern und je einem Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung als Abschluss. Nach bestandenem Hauptstudium geht's dann ab ins Praktische Jahr (also 2 Semester), nach dem dann der 3. und letzte Teil der Pharmazeutischen Prüfung folgt.


Ausbildungsinhalte

Die Anteile der Fächergruppen sind durch die bundeseinheitliche Approbationsordnung für Apotheker festgelegt.

Chemie, pharmazeutische und medizinische Chemie nehmen dabei 39,6% in Anspruch,
Biologie und Biochemie 20,0%,
Physik, Mathe und Pharmazeutische Technologie immerhin noch 19,6%,
Medizin, Pharmakologie, klinische Pharmazie 19,2%
und Pharmazeutisches Recht, Geschichte und Sonstiges noch 1,8%.
(Wer nun fleißig mitgerechnet hat kommt natürlich auf 100,2%, aber so ist das nun mal mit der Statistik. Traue nur derjenigen, die du selbst manipuliert hast ;).)

Insgesamt kommt man im Schnitt auf nicht ganz 30 Semesterwochenstunden pro Semester. Wem das zu viel ist, muss sich wohl nach etwas Anderem umschauen.

Im Grundstudium hat jeder folgende Ausbildungsinhalte zu bewältigen (P: Praktikum/Kurs inklusive Seminaranteil; S: Seminar):

  • Allgemeine und analytische Chemie der anorganischen Arznei-, Hilfs- und Schadstoffe (P)
  • Chemie und Analytik der organischen Arznei-, Hilfs- und Schadstoffe (P)
  • Stereochemie, Nomenklatur chemischer Verbindungen (S)
  • Quantitative Bestimmung von Arznei-, Hilfs- und Schadstoffen (P)
  • Instrumentelle Analytik (P)
  • Physikalische und physikalisch-chemische Übungen (P)
  • Mathematische und statistische Methoden (S)
  • Arzneiformenlehre (P)
  • Pharmazeutische und medizinische Terminologie (S)
  • Pharmazeutische Biologie (Untersuchungen Arzneistoff produzierender Organismen, Pflanzliche Drogen; P)
  • Medizinische Mikrobiologie (P)
  • Grundlagen der Anatomie und Physiologie (P)

Im Hauptstudium kommt dann Folgendes auf den Studenten zu:

  • Arzneistoffanalytik unter Berücksichtigung der Arzneibücher (P)
  • Biochemische Untersuchungsmethoden und Klinische Chemie (P)
  • Arzneimittelanalytik (Drug Monitoring, toxikologische und umweltrelevante Untersuchungen; P)
  • Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie (P)
  • Pharmazeutische Biologie (Biologische und phytochemische Untersuchungen; P)
  • Biogene Arzneimittel (S)
  • Immunologie, Impfstoffe, Sera (S)
  • Pharmakologie und Toxikologie (P)
  • Klinische Pharmazie (S)
  • Pharmazeutisch-medizinische Chemie (S)

Studium - was dann?

Die Tätigkeitsfelder für Apothekerinnen und Apotheker sind sehr breit gefächert. Als Alternativen zur 'klassischen Tätigkeit' in einer öffentlichen Apotheke (OffizinapothekerIn) wären vorrangig die Arbeit in Krankenhaus- bzw. Klinikapotheken und in der Pharmaindustrie in den Bereichen Forschung, Produktion, Kontrolle und Arzneimittelzulassung zu nennen.
Weiterhin besteht die Möglichkeit bei der Bundeswehr tätig zu werden oder gleich von dort aus ein Pharmaziestudium zu beginnen (für denjenigen interessant, den eine sichere Arbeitsstelle nach dem Studium und ein sicheres Gehalt schon während des Studiums reizt).
Andere Felder wären Behörden und staatliche Untersuchungsämter, Lehrkraft an PTA-Schulen oder die Tätigkeit an einer Hochschule im Bereich Forschung und Lehre.
Zwischen Studium und Berufstätigkeit kann man natürlich auch noch an der Universität zum Dr. rer. nat. promovieren.

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