Die ukrainische Hochschul- und Forschungslandschaft entwickelte sich seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 quantitativ sehr dynamisch, durch die substanzielle Unterfinanzierung jedoch mit qualitativen Einbußen. Zwar trat die Ukraine 2005 dem Bologna-Prozess bei, was sich positiv auf die Internationalisierung ukrainischer Studierender auswirkte. So wuchs die Zahl derjenigen, die an ausländischen Universitäten studieren, zwischen 2009-2015 um 129% (in Deutschland studieren seit Jahren konstant um die 9.000 Ukrainerinnen und Ukrainer). Jedoch wurden in den beiden Jahrzehnten nach der Unabhängigkeit essenzielle Reformen im Bildungsbereich versäumt und es bestanden verschiedene Problemfelder.

Erst infolge des Euromaidan 2013/2014 zeigen sich positive Tendenzen: So wurde nach jahrelangen Auseinandersetzungen 2014 ein neues, für den postsowjetischen Raum vergleichsweise progressives Hochschulgesetz verabschiedet. Zu den drei Säulen der Reform gehören die Bereiche Hochschulautonomie (u.a. wird das Curriculum den Universitäten überlassen und Wahlpflichtkurse eingeführt), Qualität (u.a. sollen zukünftig nicht mehr die Universitäten, sondern die Bildungsprogramme akkreditiert werden) und Internationalisierung (Ausbau der Netzwerke und Kontakte in Lehre und Forschung). Daneben ist auch geplant, die Forschungskomponente an den Universitäten zu stärken (etwa durch die Einrichtung einer Nationalen Forschungsstiftung). Weiterhin umfassen die Reformen die Schließung einer unübersichtlichen Anzahl von Hochschulen zweifelhafter Qualität.

Die Reformen werden auch aktuell vom Bildungsministerium mit Nachdruck verfolgt, sind jedoch nach wie vor begleitet von strukturellen Problemen, nicht zuletzt der Unterfinanzierung des Bildungssektors (derzeit lediglich 0,25% des BIP). Hinzu kommt die Situation in der Ostukraine, in Folge derer einige Hochschulen ihren Standort verlagert und zahlreiche Studierende ihre bisherigen Studienorte verlassen haben.

Angesichts dieser unübersichtlichen und dynamischen Situation, die von deutschen Hochschul- und Wissenschaftseinrichtungen weitgehend unbemerkt vor sich geht, stellt BAYHOST auf diesen Seiten die führenden ukrainischen Hochschulen- und Wissenschaftsinstitutionen vor, um dem Informationsdefizit entgegenzuwirken und bei der Suche nach ukrainischen Hochschulen, die zu den führenden Einrichtungen des Landes gehören und sich für Kooperationen, Forschungsprojekte, Austauschprojekte, Konferenzen etc. eignen, eine Hilfestellung zu bieten.

Die Informationen wurden von BAYHOST recherchiert und aufbereitet. Wo es möglich war, wurden diese von den Universitäten selbst bereitgestellt oder von den Webseiten der Hochschuleinrichtungen übernommen; teilweise sind sie um Angaben der „Key Research Institutions“-Datenbank von Increast ergänzt. Bei der Recherche nach Stiftungen hat uns Frau Yana Liashko vom UKRAINE Network unterstützt.

Für die Vollständigkeit der Angaben, redaktionelle Fehler, Richtigkeit und Aktualität der Informationen kann keine Gewähr übernommen werden. Bei Fragen oder Anregungen können Sie unter info[at]bayhost.de Kontakt mit uns aufnehmen.

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